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Wie beeinflusst meine Wahl meine späteren Jobchancen und mein Gehalt?

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Einleitung

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Einleitung

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    Die Entscheidung für eine Ausbildung oder ein Studium ist eine der größten Weichenstellungen im Leben. In Deutschland stehen dafür sehr viele Möglichkeiten offen: mehr als 10.000 Studiengänge an über 400 Hochschulen sowie mehr als 300 Ausbildungsberufen. Diese Entscheidung hat Folgen für den weiteren Lebensverlauf. Wie findet man sich in dieser Vielfalt zurecht?
    Ein Blick auf den Arbeitsmarkt zeigt, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften ungleich verteilt ist. Die Betriebe suchen vor allem gut ausgebildete Fachkräfte. Fast drei Viertel der offenen Stellen richten sich an Menschen mit Berufsausbildung oder Hochschulabschluss, während mehr als die Hälfte der Arbeitsuchenden keinen Berufsabschluss besitzt. In manchen Berufen, zum Beispiel in der Pflege, besteht der Mangel schon seit Jahren. Aber die Nachfrage verändert sich ständig, und Engpässe von heute sind keine Jobgarantie für morgen.
    Ein gelungener Start ist dabei wahrscheinlicher als oft gedacht. Der Übergang in das Erwerbsleben verläuft für die meisten Absolvent*innen positiv. Und der Weg endet nicht mit dem ersten Job. Über Fortbildungen wie Meister oder Techniker können Fachkräfte in höhere Positionen aufsteigen und ihr Einkommen steigern.
    Auch beim Geld zeigen die Zahlen klare, aber differenzierte Muster. Das Einkommen unterscheidet sich erheblich nach Qualifikation, Beruf und Branche. Im Durchschnitt wird mit einem Studium das höchste Lebensentgelt erzielt, das ist jedoch nicht immer der Fall. Und es zählt nicht nur der Abschluss: Praktische Erfahrungen mit Fachbezug, persönliche Fähigkeiten, Kontakte, regionale Flexibilität und Weiterbildung sind zusätzliche Bausteine, die die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verändern können. Wie all diese Faktoren zusammenwirken, ist von Person zu Person verschieden.
    Angesichts dieser Vielfalt ist eine wichtige Erkenntnis: Es gibt keine Antwort, die für alle gleichermaßen gilt. Die Berufswahl wird in der Forschung als Abwägungsprozess verstanden, in dem persönliche Wünsche, Erfolgswahrscheinlichkeiten und Zukunftserwartungen gegeneinander abgewogen werden. Dabei sind Unsicherheit und Kompromisse normal. Die Verwirklichung des Wunschberufs gelingt vielen erst nach Anpassungen. Entscheidungen lassen sich später überprüfen und anpassen. Und die Orientierung endet nicht mit dem Abschluss, sondern begleitet das ganze Berufsleben.

    Wie beeinflusst meine Wahl meine späteren Jobchancen?

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    Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel

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    • Fachkräftemangel: In bestimmten Berufen bleiben Stellen offen, weil qualifizierte Personen fehlen
    • Betriebe suchen vor allem gut ausgebildete Fachkräfte
    • Fast alle offenen Stellen setzen eine Berufsausbildung oder ein Studium voraus
    • Gleichzeitig suchen viele Menschen Arbeit, meist ohne die gefragte Ausbildung
    • Aktuelle Engpässe sind keine Jobgarantie; die Nachfrage ändert sich immer wieder
    Die Nachfrage der Betriebe auf dem Arbeitsmarkt richtet sich vor allem an gut ausgebildete Personen. Von den rund 1,1 Millionen offenen Stellen im Jahr 2025 richteten sich fast drei Viertel an Menschen mit Berufsausbildung oder Hochschulabschluss.
    2024 gab es am meisten Stellen in Berufen rund um Verkauf, Verkehr und Logistik, Gesundheit und medizinische Tätigkeiten sowie Elektro-, Maschinen- und Metallberufe. Auf diese sechs Bereiche entfiel knapp die Hälfte aller gemeldeten Stellen.
    Warum gibt es trotz vieler offener Stellen auch viele Menschen ohne Arbeit? Im Jahr 2025 suchten gut 4,6 Millionen Menschen eine Stelle, und mehr als die Hälfte von ihnen hatte keine abgeschlossene Berufsausbildung. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich dadurch immer stärker in zwei Richtungen: Viele Unternehmen halten ihre gut ausgebildeten Fachkräfte und suchen weitere, weil sie ältere Mitarbeitende ersetzen müssen. Menschen ohne die gefragte Ausbildung haben dagegen Schwierigkeiten, eine Stelle zu finden, und es kann ihnen leichter passieren, länger arbeitslos zu bleiben.
    Fachkräftemangel bedeutet, dass viele Stellen nicht oder nicht rechtzeitig besetzt werden können, weil die passenden Fachkräfte fehlen. Es fehlen also nicht überall Arbeitskräfte, sondern in bestimmten Berufen die qualifizierten. Deshalb besteht zum Beispiel in der Pflege seit Jahren flächendeckend ein Mangel. Wie groß der Mangel in den einzelnen Berufen ist, ermittelt die Bundesagentur für Arbeit jährlich mit der Engpassanalyse .
    Berufe mit deutlichen Anzeichen für einen Mangel heißen Engpassberufe . 2025 gehörten 157 Berufe zu den Engpassberufen, die meisten davon typische Ausbildungsberufe. Gesucht wurden zum Beispiel Fachkräfte in der Pflege, im Gesundheitswesen, im Handwerk und im Berufskraftverkehr. Ebenso Erzieher*innen sowie Fachkräfte in technischen Berufen. Auf Hochschulebene waren es Personen in der Sozialarbeit, Medizin und Steuerberatung.
    Für die Orientierung bedeutet das: Die Nachfrage verändert sich. 2022 galten noch 200 Berufe als Engpassberufe, 2025 nur noch 157, unter anderem weil es weniger offene Stellen gab. Die Engpassanalyse ist eine Beschreibung der aktuellen Situation, keine Vorhersage. Ein Beruf mit aktuellem Fachkräftemangel bietet also heute gute Einstiegschancen, eine Garantie für die eigene berufliche Zukunft ist das nicht.

    Zukunftsbranchen und Veränderungen durch KI

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    • Wachstum wird vor allem im Gesundheitswesen, Sozialwesen und in der Erziehung erwartet
    • KI kann zunehmend auch anspruchsvolle Büro- und Wissensaufgaben übernehmen
    • Bisher: Berufe verändern sich eher, statt zu verschwinden
    • Verschiebungen zwischen Branchen werden erwartet, insgesamt bleibt die Zahl der Arbeitsplätze ähnlich
    • Aussagen zu Zukunftsbranchen und KI sind Prognosen, keine sicheren Vorhersagen
    Welche Berufe künftig mehr oder weniger gebraucht werden, hängt von großen Entwicklungen ab. Ein wichtiger Treiber ist der demografische Wandel : Weil es mehr ältere Menschen gibt, steigt der Bedarf an Pflege und Gesundheit. Das Gesundheitswesen und die Erziehung gehören deshalb zu den Bereichen mit erwartetem Wachstum. Auch der Bereich Information und Kommunikation hat zuletzt an Bedeutung gewonnen.
    Die zweite große Entwicklung ist die Künstliche Intelligenz (KI) : Computer, die Aufgaben übernehmen, für die bisher menschliches Denken nötig war. Lange galt, dass Technik vor allem einfache Aufgaben ersetzt. KI kann dagegen zunehmend auch Bürotätigkeiten, kreative, juristische und IT-Berufe betreffen. Auch Tätigkeiten von hochqualifizierten Fachkräften lassen sich dadurch teilweise ersetzen.
    Bisher zeigt sich durch KI jedoch kein Beschäftigungsabbau, sondern nur ein geringeres Wachstum in betroffenen Berufen. Berufe verändern sich meist, statt zu verschwinden: Automatisierte Teilaufgaben fallen weg, das Prüfen und Bewerten von Ergebnissen wird wichtiger. Deshalb wird weiter mit steigender Nachfrage nach gut qualifizierten Fachkräften gerechnet.
    Eine Szenarioanalyse des IAB rechnet nach, wie sich ein stärkerer KI-Einsatz über 15 Jahre auswirken könnte. Demnach bleibt die Gesamtzahl der Arbeitsplätze ähnlich wie ohne KI. Es gibt aber Verschiebungen: Der Bedarf steigt besonders bei IT- und Informationsdienstleistern und in der Erziehung, während er zum Beispiel bei Unternehmensdienstleistern niedriger ausfällt.
    Auch die aktuelle Nachfrage zeigt bereits Veränderungen. Das Wachstum bei hochqualifizierten IT-Fachkräften ist kleiner geworden, weil KI Programmieraufgaben übernehmen kann. Engpässe in der Softwareentwicklung galten 2025 nicht mehr. Mittelfristig könnte die Nachfrage im IT-Bereich aber wieder steigen, zum Beispiel durch den Aufbau von Rechenzentren.
    Für die Orientierung bedeutet das: „Zukunftsbranchen“ sind keine Garantie. Prognosen beruhen auf Annahmen und sind keine sicheren Vorhersagen. Ein Studium oder eine Ausbildung in einer wachsenden Branche erhöht nicht automatisch die eigenen Chancen auf einen Arbeitsplatz.

    Arbeitslosigkeit und Beschäftigungssicherheit

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    • Arbeitslosenquote hängt stark von der Qualifikation ab
    • Personen ohne Berufsabschluss sind etwa sechsmal so häufig arbeitslos wie Personen mit Ausbildung oder Studium
    • Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen hat keinen Berufsabschluss, die meisten offenen Stellen sind aber für Qualifizierte gedacht
    • Menschen mit Hochschulabschluss sind seltener und kürzer arbeitslos als Menschen ohne akademischen Abschluss
    • Ausbildungen schützen, sind aber keine Garantie auf einen Job
    Im Jahr 2025 waren in Deutschland durchschnittlich 2,9 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent. Die Zahl ist seit 2022 gestiegen, liegt aber weiterhin deutlich unter dem Niveau früherer wirtschaftlicher Krisen in den 1990er- und 2000er-Jahren.
    Wie hoch das Risiko ist, arbeitslos zu werden, hängt vor allem von der Qualifikation ab. Im Jahr 2025 war ungefähr jede fünfte Person ohne Berufsabschluss arbeitslos, bei Personen mit akademischer Ausbildung waren es 3,3 Prozent. Für 2024 zeigen die Zahlen dasselbe Muster: 20,9 Prozent der Personen ohne Berufsausbildung waren arbeitslos, aber nur 3,4 Prozent der Personen mit Berufsabschluss und 2,9 Prozent der Akademiker*innen.
    Dafür gibt es einen einfachen Grund: Die meisten Arbeitslosen suchen Arbeit ohne Qualifikationsanforderungen, aber die meisten offenen Stellen setzen eine Ausbildung oder ein Studium voraus. Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen hatte 2024 keinen formalen Berufsabschluss. 1,47 Millionen suchten eine Tätigkeit im Helferbereich, aber nur 140.000 von 694.000 gemeldeten Stellen richteten sich an Helfer*innen. Dahinter steht der Strukturwandel: Es gibt immer mehr Arbeitsplätze mit hohen Qualifikationsanforderungen, während einfache Tätigkeiten ohne Berufsabschluss auf niedrigem Niveau verharren.
    Beschäftigungssicherheit bedeutet nicht nur, seltener arbeitslos zu sein, sondern auch, schneller wieder eine Stelle zu finden. Menschen mit Hochschulabschluss sind im Durchschnitt kürzer arbeitslos. Bei Akademiker*innen lag die Langzeitarbeitslosigkeit 2025 bei 19 Prozent. Bei Arbeitslosen ohne akademischen Abschluss lag der Anteil bei bis zu 39 Prozent bei Ungelernten. Auch bei jungen Menschen zeigt sich der schützende Effekt einer Ausbildung: Drei Viertel der arbeitslosen jungen Menschen besitzen keinen Berufsabschluss.
    Wichtig zur Einordnung: Ein Abschluss ist keine Jobgarantie. Auch die Arbeitslosenquote der Akademiker*innen ist gestiegen, von 2,9 Prozent im Jahr 2024 auf 3,3 Prozent im Jahr 2025. Und es gibt weitere Unterschiede, zum Beispiel sind Personen mit Einwanderungsgeschichte trotz Berufsabschluss seltener erwerbstätig als Personen ohne.
    Für die Orientierung bedeutet das: Eine Berufsausbildung oder ein Studium senkt nach den Zahlen deutlich das Risiko, arbeitslos zu werden, und verkürzt im Durchschnitt die Suche nach einer neuen Stelle. Wie sicher ein einzelner Arbeitsplatz ist, hängt aber von weiteren Faktoren ab, zum Beispiel von Branche, Region und der wirtschaftlichen Lage. Aus den Durchschnittswerten lässt sich keine Garantie für eine einzelne Person ableiten.

    Regionale und branchenspezifische Unterschiede

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    • Chancen auf dem Arbeitsmarkt unterscheiden sich je nach Region und Branche
    • In Süddeutschland herrscht nahezu Vollbeschäftigung
    • In den Stadtstaaten und Teilen Ostdeutschlands sind die Arbeitslosenquoten deutlich höher
    • Die meisten offenen Stellen gibt es in Westdeutschland
    • Fachkräfte werden vor allem in Pflege, Gesundheit, Handwerk und IT gesucht, in anderen Berufen konkurrieren viele Bewerber um wenige Stellen
    Wie gut die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind, hängt davon ab, wo jemand arbeitet. Die Arbeitsmarktchancen stehen mit der wirtschaftlichen Kraft einer Region in Zusammenhang. Auch die Verteilung von Behörden, Hochschulen und Forschungseinrichtungen spielt eine Rolle. Die Unterschiede sind groß. Die Arbeitslosenquote der Bundesländer reichte 2024 von 3,7 Prozent in Bayern bis 9,7 Prozent in Berlin und 11,1 Prozent in Bremen.
    Der Arbeitsmarkt ist dabei zweigeteilt. In Gebieten vor allem im süddeutschen Raum herrscht nahezu Vollbeschäftigung und es fehlen Arbeits- und Fachkräfte. In anderen Regionen, zum Beispiel den Stadtstaaten, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt oder Teilen Nordrhein-Westfalens, signalisieren hohe Arbeitslosenquoten schlechtere Chancen. Auf Ebene der Landkreise reicht die Spanne sogar von 2,3 Prozent bis 14,8 Prozent Arbeitslosigkeit.
    Auch zwischen Ost- und Westdeutschland bestehen Unterschiede. Im dritten Quartal 2025 gab es in Westdeutschland rund 840.700 offene Stellen, in Ostdeutschland rund 192.300. Auf 100 offene Stellen kamen in Ostdeutschland 354 arbeitslose Personen, in Westdeutschland 273. Je höher diese Zahl, desto schwerer ist es für Arbeitsuchende, eine Stelle zu finden.
    Die regionalen Unterschiede betreffen alle Qualifikationsgruppen, in unterschiedlichem Ausmaß. Akademiker*innen sind in allen Bundesländern seltener arbeitslos als der Durchschnitt.
    Auch je nach Branche und Beruf sieht die Nachfrage unterschiedlich aus. Engpässe bestehen vor allem in Pflege-, Gesundheits- und Sozialberufen, in Bau- und Handwerksberufen sowie in IT-Berufen. In Büroberufen, in der Fahrzeugführung, in der Gebäudetechnik oder in künstlerisch-kreativen Berufen gibt es dagegen vergleichsweise viele Arbeitslose auf wenige Stellen.
    Für die Orientierung bedeutet das: Der gleiche Bildungsabschluss kann je nach Region und Branche zu unterschiedlichen Chancen führen. Das liegt auch daran, dass Menschen nur in begrenztem Umfang bereit oder in der Lage sind, für die Arbeit umzuziehen. Wer den eigenen Wohnort wechseln kann, hat dadurch im Schnitt mehr Auswahl an Stellen.

    Welche Möglichkeiten bietet mein Bildungsweg im Berufsleben?

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    Einstieg in den Beruf

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    • Der Einstieg in den Beruf gelingt den meisten Absolvent*innen
    • Rund drei Viertel der Ausbildungsabsolventen werden direkt vom Ausbildungsbetrieb übernommen
    • Bei Hochschulabsolventen dauert die Suche meist etwas länger, am Ende sind aber auch sie fast alle erwerbstätig
    • Arbeitslosigkeit beim Einstieg ist meist kurz, kann aber mit einem niedrigeren Einstiegsgehalt einhergehen
    Der Übergang in das Erwerbsleben verläuft für die meisten Absolvent*innen einer Berufsausbildung oder eines Studiums positiv. Nach einer dualen Ausbildung geht es meist besonders schnell. Berücksichtigt man alle Wege, meistern vier Fünftel den Berufseinstieg ganz ohne zwischenzeitliche Arbeitslosigkeit. Nur rund 6 Prozent sind vier Monate und länger arbeitslos, bevor sie in den Beruf starten.
    Bei Hochschulabsolventen dauert die Suche im Durchschnitt etwas länger als bei dual Ausgebildeten. Zwei Monate nach dem Studienabschluss haben bereits 40 bis 60 Prozent eine angemessene Beschäftigung gefunden. Bei Bachelorabsolventen ist die Erwerbstätigenquote eineinhalb Jahre nach dem Abschluss niedriger als bei Masterabsolventen, weil viele von ihnen zunächst weiterstudieren oder promovieren.
    Ob der Übergang reibungslos läuft, hat auch Auswirkungen auf den Start. Wer vor der ersten Beschäftigung arbeitslos war, beginnt mit einem deutlich niedrigeren Einstiegsgehalt- Ausbildungsabsolventen mit vier oder mehr Monaten Arbeitslosigkeit verdienten beim Berufseinstieg im Median 1.622 Euro, während Absolventen ohne Arbeitslosigkeit im Median bei über 2.000 Euro lagen.
    Für die Orientierung bedeutet das: Ein gelungener Einstieg ist nicht automatisch gesichert, aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist nach den Zahlen hoch, besonders nach einer Ausbildung. Wie schnell jemand eine Stelle findet, hängt zusätzlich von Faktoren wie Studienfach, Region und der wirtschaftlichen Lage ab. Die Durchschnittswerte sagen nichts darüber aus, wie der Einstieg im Einzelfall verläuft.

    Berufsfelder und Zugangsvoraussetzungen

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    • Berufe werden in Berufsfelder gegliedert
    • Bildungsabschlüsse eröffnen Zugang zum Berufsfeld, nicht zu einzigem Beruf
    • Bei manchen Berufen ist der Zugang gesetzlich festgelegt; sie sind nur mit einer bestimmten Qualifikation möglich
    • In vielen anderen Berufsfeldern führen verschiedene Bildungswege zum Ziel
    Die in Deutschland üblichen Berufe werden in der Klassifikation der Berufe nach ihrer Ähnlichkeit gruppiert und in Berufsfelder eingeteilt. Die Wahl eines Bildungswegs öffnet dabei typischerweise den Zugang zu einem Berufsfeld, nicht zu einem einzelnen Beruf. Wie eng Abschluss und Beruf zusammenhängen, ist unterschiedlich. Bei manchen Berufen ist die Ausbildung gezielt auf eine bestimmte Tätigkeit ausgerichtet, in anderen Berufsfeldern sind mehrere Wege möglich.
    Ein Teil der Berufe ist reglementiert. Das bedeutet: Der Zugang ist durch Rechts- und Verwaltungsvorschriften festgelegt und nur mit dem Nachweis einer bestimmten Qualifikation möglich. Dazu zählen zum Beispiel Ärzt*innen, Gesundheits- und Krankenpfleger*innen sowie Apotheker*innen, die bundesrechtlich geregelt sind. Ebenso Ingenieur*innen, Lehrkräfte und Erzieher*innen mit landesrechtlicher Regelung. In einigen dieser Berufe, etwa in Lehramt, Jura und Medizin, schließt sich an das Studium ein obligatorischer Vorbereitungsdienst mit Staatsexamen oder staatlicher Anerkennung an. Weil der Zugang dort festgelegt ist, sind Abschluss und ausgeübter Beruf in diesen Feldern besonders eng verbunden. Auch in Berufen wie Polizei und Feuerwehr sowie bei Personen mit kaufmännischem Abschluss stimmen Ausbildung und Beschäftigung häufig überein.
    Anders sieht es bei der großen Zahl an Tätigkeiten aus, die ohne gesetzliche Regelung auskommen. Diese stehen Absolvent*innen verschiedener Studiengänge offen. Ein Beruf kann hier von unterschiedlichen Bildungswegen aus erreichbar sein.
    Für die Orientierung bedeutet das: Vor einer Entscheidung lohnt es sich nachzuschauen, ob der gewünschte Beruf einen bestimmten Abschluss voraussetzt oder ob mehrere Wege möglich sind. Ein Studiengang schließt damit nicht auf einen einzigen Beruf, und umgekehrt führt nicht jeder Abschluss in jedes Berufsfeld. Die konkreten Voraussetzungen ergeben sich aus dem jeweiligen Beruf und seinen Regelungen.

    Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten

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    • Karriere läuft meist Schritt für Schritt: von der Fachkraft über die Spezialist*innen-Ebene bis zur Expertenposition
    • Fortbildungen wie Meister oder Techniker können den Aufstieg ermöglichen und das Einkommen steigern
    • Weiterbildung hat einen starken positiven Einfluss darauf, höhere Positionen zu erreichen
    • Aufstiegschancen sind nicht für alle gleich; Branche, Betrieb und weitere Faktoren spielen eine Rolle
    Beruflicher Aufstieg lässt sich gut an den Anforderungsniveaus ablesen. Fachkräfte können über Fortbildungen wie Meister, Techniker oder Fachwirte oder über ein anschließendes Studium in Positionen für Spezialist*innen beziehungsweise Expert*innen aufsteigen und dadurch ihr Lebenseinkommen steigern. Eine gute Ausbildung legt dafür das Fundament. Wer gut ausgebildet ist, kann sich im weiteren Berufsverlauf besser auf neue Anforderungen einstellen und sich aktiv weiterbilden.
    Weiterbildung ist dabei ein zentraler Hebel. Langfristige, abgeschlossene berufsqualifizierende Weiterbildungen haben einen starken positiven Einfluss darauf, höhere berufliche Positionen zu erreichen. Sie spielen auch für den Erhalt der eigenen Beschäftigungsfähigkeit eine wichtige Rolle.
    Auch die Betriebe selbst schaffen Aufstiegsmöglichkeiten. Wegen der Fachkräfteengpässe in vielen Berufen beschäftigen viele Betriebe Personen mit geringerer Qualifikation und ermöglichen ihnen einen beruflichen Aufstieg im Betrieb. In Bereichen mit Engpässen steigt zudem die Bedeutung von Weiterbildung, um die Kompetenzen des bestehenden Personals besser zu nutzen.
    Die Aufstiegschancen sind jedoch nicht für alle gleich. Untersuchungen zeigen, dass Frauen im Berufsverlauf seltener in höhere Statusgruppen gelangen als Männer mit ähnlichem Ausbildungsniveau, unter anderem weil sie seltener in Großbetrieben mit ausgebauten Weiterbildungsangeboten arbeiten.
    Für die Orientierung bedeutet das: Aufstieg ist in den meisten Berufen möglich, häufig über Fortbildung und Weiterqualifizierung. Wie sich eine Karriere konkret entwickelt, hängt aber von weiteren Faktoren ab, zum Beispiel vom Betrieb, von der Branche und von persönlichen Umständen.

    Der Einfluss des Abschlusses

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    • Der Bildungsabschluss hat einen großen Einfluss auf Erwerbsbeteiligung, Arbeitslosigkeitsrisiko und Verdienst
    • Höhere Abschlüsse sind mit stabileren Erwerbsverläufen und höherem Einkommen verbunden
    • Auch Unterschiede zwischen Studienabschlüssen, zum Beispiel zwischen Bachelor und Master
    • Mit einer Fortbildung zum Meister oder Techniker erreichen beruflich Qualifizierte ähnliche Einkommen wie Bachelorabsolventen
    Der berufliche Abschluss zählt zu den Faktoren mit dem größten Einfluss auf den Verdienst. Das mittlere Bruttomonatsentgelt von Akademiker*innen lag 2024 mit 5.916 Euro fast doppelt so hoch wie das von Vollzeitbeschäftigten ohne Berufsabschluss (2.987 Euro). Beschäftigte mit anerkanntem Berufsabschluss erzielten 3.870 Euro. Höhere Bildungsabschlüsse gehen außerdem mit höherer Erwerbsbeteiligung, stabileren Erwerbsverläufen und höherem Einkommen einher. Hochschulabsolventen sind seltener arbeitslos, verdienen im Schnitt mehr und arbeiten häufiger in leitenden Positionen.
    Über das gesamte Berufsleben gerechnet fallen die Unterschiede groß aus. Nach einer IAB-Berechnung verdienen Personen mit Fachhochschul- oder Hochschulabschluss im Schnitt rund 830.000 Euro mehr als Fachkräfte mit Berufsabschluss, obwohl sie später in das Berufsleben einsteigen. Solche Werte sind Durchschnittsberechnungen über lange Zeiträume; im Einzelfall kann die Entwicklung anders aussehen.
    Auch zwischen den Studienabschlüssen bestehen Unterschiede. Bachelorabsolventen erzielen niedrigere Einkommen als Masterabsolventen, aber höhere als Absolventen einer Berufsausbildung. Erst nach einer Fortbildung zum Meister oder Techniker erreichen beruflich Ausgebildete ähnlich hohe Einkommen wie Bachelorabsolventen. Mit steigendem Alter werden die Unterschiede zwischen den Qualifikationsgruppen größer. Auf derselben beruflichen Stellung sind die Einkommensunterschiede zwischen Bachelor und älteren Abschlüssen wie Diplom dagegen gering.
    Für die Orientierung bedeutet das: Der Abschluss prägt die Startbedingungen auf dem Arbeitsmarkt deutlich. Er entscheidet aber nicht allein über die spätere Entwicklung. Berufserfahrung, Fortbildungen, Branche und Studienfach kommen hinzu, sodass Personen mit demselben Abschluss unterschiedliche Verläufe haben können. Aus Durchschnittswerten lässt sich keine Garantie für eine einzelne Person ableiten.

    Ausbildung und Studium im beruflichen Vergleich

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    • Ausbildung bringt früh Geld, Studium bringt später im Schnitt mehr Geld
    • Studium dauert lange und man verdient dabei zunächst nichts
    • Mit Fortbildung wie Meister oder Techniker können Ausgebildete später ähnlich viel verdienen wie Personen mit Bachelor
    • Studium bringt im Schnitt am meisten ein, aber nicht immer
    • Beide Wege haben Stärken; innerhalb der einzelnen Berufe und Studienfächer gibt es große Unterschiede
    Die beiden Wege unterscheiden sich vor allem darin, wann das Geld kommt. Eine Ausbildung zahlt schon während der Ausbildung eine Vergütung, und danach beginnt direkt der Beruf. 77 Prozent der Ausbildungsabsolventen wurden 2022 sofort von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen. Bei einem Studium verdient man währenddessen in der Regel nichts. Dafür sind die Jobs danach im Schnitt anspruchsvoller und besser bezahlt.
    Wie viel jemand im ganzen Arbeitsleben verdient, zeigt eine IAB-Rechnung: Ohne Berufsabschluss sind es im Schnitt 1,45 Millionen Euro brutto, mit Berufsabschluss 1,69 Millionen, mit zusätzlicher Fortbildung wie Meister oder Techniker 2,23 Millionen und mit Hochschulabschluss 2,52 Millionen Euro. Das sind Durchschnittswerte. Wie viel jemand wirklich verdient, hängt stark vom konkreten Beruf ab.
    Ein Studium bringt also im Schnitt am meisten, aber das ist nicht immer so. Manche Personen mit Ausbildung und Fortbildung verdienen im Leben mehr als manche mit Studium. Mit einer Meister- oder Techniker-Fortbildung erreicht man im Schnitt ähnlich viel Einkommen wie mit einem Bachelor. Ein Bachelor liegt über der normalen Ausbildung, aber unter einem Master.
    Wichtig ist auch: Die Unterschiede innerhalb der beiden Wege sind groß. Je nach Ausbildungsberuf unterscheiden sich Arbeitsplatzchancen und Gehalt deutlich. Bei den Studienfächern ist es genauso. Entscheidend ist also der konkrete Beruf, nicht nur die Frage „Ausbildung oder Studium".
    Für die Orientierung bedeutet das: Beide Wege haben also ihre Stärken. Die Ausbildung bietet frühes Geld, gute Chancen beim Berufseinstieg und später Aufstieg durch Fortbildung. Das Studium bietet im Schnitt höhere Verdienste und Zugang zu Berufen mit höherem Status. Welcher Weg passt, hängt von den eigenen Interessen und Zielen ab.

    Wie beeinflusst meine Wahl mein späteres Gehalt?

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    Einstiegsgehalt

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    • Einstiegsgehalt: Gehalt in der ersten Stelle nach dem Abschluss; fällt je nach Qualifikation, Beruf und Branche sehr unterschiedlich aus
    • Einstiegsgehalt von Bachelorabsolventen entspricht etwa dem von Personen mit beruflicher Fortbildung wie Meister oder Techniker
    • Arbeitslosigkeit zwischen Abschluss und Berufseinstieg mindert Einstiegsgehalt
    • Betriebsgröße, Schulabschluss, Studienfach und Abschlussnote beeinflussen das Gehalt am Anfang
    • Große Einkommensunterschiede nach Qualifikation
    Beim Einstieg in den Beruf unterscheiden sich die Gehälter stark, zum Beispiel zwischen den Qualifikationswegen. Das Einstiegsgehalt von Bachelorabsolventen entspricht etwa dem von Personen mit einem beruflichen Fortbildungsabschluss wie Meister oder Techniker. Ein Master liegt dagegen über dem Bachelor-Niveau. Wichtig ist dabei auch, wie der Übergang gelingt. Ausbildungsabsolventen, die direkt in ihrem erlernten Beruf starten, verdienen im Schnitt mehr als Personen, die erst nach einer Zeit der Arbeitslosigkeit eine Stelle finden. Arbeitslosigkeit zwischen Abschluss und Berufseinstieg geht mit einer deutlichen Minderung des Einstiegsgehalts einher, und zwar auch dann, wenn man Beruf und Branche mitberücksichtigt.
    Weitere Faktoren beeinflussen das Einstiegsgehalt zusätzlich. Eine Ausbildung in einem Großbetrieb geht mit deutlich höheren Einstiegsgehältern einher als eine in einem Kleinbetrieb. Auch Absolventen mit Abitur verdienen beim Einstieg im Schnitt mehr als solche mit Hauptschulabschluss, vor allem weil sie häufiger Berufe mit besserer Bezahlung wählen. Zudem unterscheiden sich die Berufe selbst deutlich in der Einstiegsbezahlung.
    Bei Hochschulabsolventen wirken ähnliche Faktoren. Die Abschlussnote zählt: Wer mit „sehr gut" abschloss, verdiente beim Berufseinstieg mehr als die Referenzgruppe mit „gut". Schlechtere Noten gingen mit spürbar niedrigeren Einstiegsgehältern einher. Wer in einer Stelle unter dem eigenen Qualifikationsniveau arbeitet, also überqualifiziert ist, verdient beim Einstieg deutlich weniger. Auch die Erwartungen unterscheiden sich stark je nach Studienfach. Medizinstudierende rechnen mit den höchsten Einstiegsgehältern, Geisteswissenschaftler mit den niedrigsten. Diese Zahlen beruhen auf Erwartungen von Studierenden in einer Befragung, nicht auf gemessenen Gehältern.
    Wie groß die Gehaltsunterschiede nach Qualifikation heute sind, zeigen die aktuellen Daten der Entgeltstatistik. Diese Zahlen gelten für alle Beschäftigten, also nicht nur für Berufseinsteiger. Ende 2024 verdienten Vollzeitbeschäftigte mit anerkanntem Berufsabschluss im Median 3.870 Euro brutto im Monat. Beschäftigte mit akademischem Abschluss verdienten mit 5.916 Euro deutlich mehr. Beschäftigte ohne Berufsabschluss kamen mit 2.987 Euro auf den niedrigsten Wert. Ein ähnliches Bild zeigt der Blick auf die Anforderungen des Jobs: Fachkräfte verdienten im Median 3.720 Euro brutto im Monat, Spezialist*innen 5.005 Euro und Expert*innen 6.292 Euro. Diese Zahlen umfassen alle Alters- und Erfahrungsgruppen. Sie zeigen deshalb vor allem eines: Je höher die Qualifikation und die Anforderungen des Jobs, desto höher im Schnitt das Gehalt.
    Für die Orientierung bedeutet das: Das Einstiegsgehalt hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von Qualifikation, Beruf, Branche, Betriebsgröße und davon, wie reibungslos der Einstieg gelingt. Ein Studium führt nicht automatisch zum höchsten Einstiegsgehalt, und eine Ausbildung nicht automatisch zum niedrigsten.

    Gehaltsunterschiede zwischen Fachrichtungen und Berufen

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    • Gehälter unterscheiden sich stark, je nachdem in welchem Beruf oder Studienfach man arbeitet
    • Informatik- und IT-Berufe hatten 2024 das höchste Medianentgelt, Reinigungsberufe das niedrigste
    • Auch innerhalb der Akademikerberufe gibt es große Unterschiede, zum Beispiel zwischen Medizin und Sozialer Arbeit
    • Bei Studienabsolventen starten technische Fächer im Schnitt mit höheren Gehältern als Erziehungs- oder Kulturwissenschaften
    • Studium bedeutet nicht automatisch ein höheres Gehalt
    Wie viel jemand verdient, hängt stark vom Beruf ab. Laut Entgeltstatistik 2024 verdienten Beschäftigte in Informatik- und IT-Berufen im Median 5.907 Euro brutto im Monat, und damit am meisten von allen Berufsgruppen. Beschäftigte in Reinigungsberufen verdienten mit 2.536 Euro im Median am wenigsten. Allgemein gilt: In größeren Betrieben und mit längerer Beschäftigungsdauer sind die Entgelte im Durchschnitt höher.
    Die Unterschiede bestehen auch innerhalb der Akademikerberufe. Beschäftigte in den Rechtswissenschaften, in Medizin und Pharmazie, in Ingenieurberufen sowie in Wirtschafts- und Managementberufen verdienen weit überdurchschnittlich. In der Sozialen Arbeit und in der Psychologie fallen die Monatsentgelte dagegen tendenziell niedriger aus.
    Auch das Studienfach macht einen Unterschied. Eine Untersuchung von Studienabsolventen in ihrer ersten Vollzeitstelle zeigt: Absolventen von Elektrotechnik, Ingenieurwissenschaften, Werkstoffwissenschaften, Informatik, Mathematik und Physik verdienten im Schnitt am meisten. Die niedrigsten Einkommen gab es bei Absolventen von Erziehungswissenschaften, Sprach- und Kulturwissenschaften, Psychologie, Geschichts- und Sportwissenschaften. Ein Grund dafür ist, dass manche Fächer direkt auf bestimmte Berufe vorbereiten. Wer ein Fach studiert, das zu klar abgegrenzten Berufen führt, verdient im Schnitt mehr. Fächer mit einem lose gekoppelten Arbeitsmarkt bringen im Schnitt niedrigere Löhne mit sich.
    Diese Muster lassen sich auch über das ganze Erwerbsleben beobachten. Eine IAB-Auswertung der Lebensentgelte zeigt große Unterschiede zwischen den Berufsfeldern. Sie zeigt aber auch: In einigen Berufsfeldern verdienten Menschen mit Berufsausbildung im Durchschnitt mehr als Menschen mit Hochschulabschluss im gleichen Berufsfeld. Im Durchschnitt wird zwar mit einem Studium das höchste Lebensentgelt erzielt, das ist jedoch nicht immer der Fall.
    Für die Orientierung bedeutet das: Die Wahl von Studienfach oder Ausbildungsberuf hat einen spürbaren Einfluss auf das spätere Gehalt. Die Zahlen beschreiben aber immer Durchschnittswerte bestimmter Jahre und Gruppen. Sie sagen nichts darüber aus, wie viel eine bestimmte Person im Einzelfall verdienen wird. Auch innerhalb eines Fachs oder Berufs bleiben die Gehälter sehr unterschiedlich.

    Gehaltsentwicklung im Laufe der Karriere

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    • Gehalt steigt im Laufe des Berufslebens im Durchschnitt mit der Berufserfahrung
    • Gründe dafür sind vor allem beruflicher Aufstieg und später erworbene Abschlüsse
    • Summe des gesamten Erwerbsverdienstes steigt mit dem Anforderungsniveau der Tätigkeit
    • Gesamter Erwerbsverdienst hängt außerdem stark vom Beruf und Arbeitslosigkeit oder Teilzeit ab
    • Mit fortschreitender Karriere gewinnen die im Beruf gezeigten Fähigkeiten an Bedeutung, während Schul- und Studiennoten an Bedeutung verlieren
    Gehälter entwickeln sich im Berufsleben selten gleich. Im Durchschnitt steigen sie. Eine Längsschnittanalyse von Hochschulabsolventen zeigt, dass der Stundenlohn mit der Dauer der Berufserfahrung zunimmt. Ein zentraler Grund dafür ist der berufliche Aufstieg: Wer Tätigkeiten mit höheren Anforderungen übernimmt, verdient im Schnitt mehr. Das zeigt sich auch am gesamten Erwerbsverdienst. Das durchschnittliche Brutto-Lebensentgelt, also die Summe aller Einkommen im Erwerbsleben, steigt mit dem Anforderungsniveau Helfer*innen erreichen im Durchschnitt 1,28 Millionen Euro, Fachkräfte 1,70 Millionen, Spezialist*innen 2,36 Millionen und Expert*innen 2,69 Millionen Euro.
    Zur Gehaltsentwicklung trägt außerdem die nachträgliche Qualifizierung bei. Viele Beschäftigte erwerben höhere Abschlüsse erst im Laufe ihres Berufslebens. Diese Abschlüsse gehen mit mehr Berufserfahrung und häufig längerer Betriebszugehörigkeit einher. Beide Faktoren führen im Schnitt zu höheren Entgelten.
    Wie hoch der gesamte Erwerbsverdienst am Ende ausfällt, hängt jedoch von weiteren Faktoren ab. Erstens variieren die Lebensentgelte erheblich zwischen den Berufen. Expert*innen haben im Durchschnitt zwar das höchste Lebensentgelt, ihr Verdienst übersteigt jedoch nicht in jedem Fall den von Fachkräften oder Spezialist*innen in anderen Berufen. Zweitens spielen Unterbrechungen und Arbeitszeiten eine Rolle. Eine Analyse von Erwerbsverläufen über 20 Jahre zeigt, dass Personen mit durchgehender Vollzeitbeschäftigung im Durchschnitt deutlich mehr ansammeln als Personen mit langen Phasen von Arbeitslosigkeit, Nichterwerbstätigkeit oder starker Teilzeit.
    Mit fortschreitender Karriere verändert sich außerdem, worauf Arbeitgeber achten. Bei älteren Beschäftigten erklären die im Beruf gezeigten Fähigkeiten einen größeren Teil der Gehaltsunterschiede als bei jüngeren. Schul- und Studiennoten treten damit im weiteren Verlauf in den Hintergrund.
    Für die Orientierung bedeutet das: Das Gehalt entwickelt sich über die Jahre im Durchschnitt nach oben, insbesondere durch Berufserfahrung, Aufstieg und Weiterqualifizierung. Das Ausmaß hängt vom Beruf, von der Branche und vom Umfang der Erwerbstätigkeit ab. Die genannten Werte sind Durchschnittswerte. Für einzelne Personen kann die Entwicklung abweichen.

    Weitere Einflussfaktoren auf das Gehalt

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    • Neben Qualifikation und Beruf: Betriebsgröße, Branche, Region und Arbeitszeit
    • In größeren Betrieben werden im Durchschnitt höhere Gehälter gezahlt als in kleinen
    • Die Branche zählt: Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe verdienen im Schnitt mehr als in der Land- und Forstwirtschaft
    • Auch die Region wirkt sich aus: zwischen Ost- und Westdeutschland bestehen Unterschiede
    • Geschlechterspezifische Gehaltsunterschiede durch Erwerbsverläufe, Wahl des Berufs sowie der Brache
    Qualifikation und Beruf sind nicht die einzigen Faktoren, die das Gehalt bestimmen. Weitere wichtige Einflussgrößen sind zum Beispiel die Größe und Art des Betriebs, die Branche, die Region und der Umfang der Arbeitszeit. Größere und international ausgerichtete Betriebe zahlen im Durchschnitt höhere Gehälter und bieten bessere Aufstiegschancen.
    Die Betriebsgröße macht dabei einen spürbaren Unterschied. Ende 2024 verdienten Vollzeitbeschäftigte in Großbetrieben mit 250 und mehr Beschäftigten im Median 4.825 Euro brutto im Monat, in Kleinstbetrieben mit wenigen Beschäftigten dagegen 3.048 Euro. Als Gründe gelten unter anderem eine im Durchschnitt höhere Qualifikationsstruktur und eine stärkere Spezialisierung in größeren Betrieben. Auch in internationalen Studien zeigt sich durchgehend, dass größere Betriebe höhere Löhne zahlen.
    Auch die Branche und die Art der Beschäftigung wirken sich aus. Eine Auswertung zu Hochschulabsolventen zeigt, dass Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe im Schnitt deutlich mehr verdienen als in der Land- und Forstwirtschaft. Auch der öffentliche Dienst zahlt im Schnitt mehr als die Privatwirtschaft. Wer in Vollzeit arbeitet, verdient im Schnitt mehr als in Teilzeit.
    Die Region spielt ebenfalls eine Rolle. Nach einer Analyse verdienen Beschäftigte im Osten Deutschlands im Schnitt weniger als im Norden, während der Süden über dem Niveau des Nordens liegt. Die Unterschiede zwischen West und Ost hängen zum Teil mit der Branchenstruktur zusammen. Branchen mit überdurchschnittlichen Löhnen, zum Beispiel die Metall- und Elektroindustrie, sind im Osten seltener vertreten.
    Es gibt auch geschlechtsspezifische Gehaltsunterschiede . Dafür gibt es mehrere Ursachen. Erstens verlaufen die Erwerbsleben von Frauen und Männern unterschiedlich, oft wegen familienbedingter Unterbrechungen. Zweitens wählen Frauen und Männer weiterhin zum Teil unterschiedliche Berufe. Drittens arbeiten sie überwiegend in verschiedenen Branchen, und diese Branchen zahlen unterschiedlich gut. Daneben gibt es Faktoren, die sich statistisch schwer erfassen lassen. Dazu gehören zum Beispiel Persönlichkeit, Karriereziele, Netzwerke und Kommunikationsfähigkeit.
    Für die Orientierung bedeutet das: Das Gehalt entsteht aus dem Zusammenspiel vieler Faktoren. Qualifikation und Beruf sind wichtige Bausteine, aber Betrieb, Branche, Region, Arbeitsumfang und persönliche Umstände kommen hinzu. Kein einzelner Faktor entscheidet allein.

    Gehaltsangaben richtig einordnen

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    • Gehaltsangaben können sich unterscheiden: Median oder Durchschnitt, Brutto oder Netto, Monats- oder Jahresgehalt
    • Der Median ist aussagekräftiger als der Durchschnitt, wenn einzelne sehr hohe Gehälter die Zahl nach oben ziehen
    • Wichtig ist auch, für welche Gruppe eine Angabe gilt, zum Beispiel nur Vollzeitbeschäftigte
    • Gehaltsangaben beschreiben immer Gruppen; für eine einzelne Person kann das Gehalt deutlich davon abweichen
    Wer Gehaltszahlen vergleicht, sollte genau hinschauen. Verschiedene Statistiken können unterschiedliche Werte nennen. Ein Beispiel aus dem Jahr 2024: Die Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit wies für Vollzeitbeschäftigte ein Medianentgelt von 4.013 Euro brutto im Monat aus. Die Verdiensterhebung der Statistischen Ämter nannte für dasselbe Jahr einen Durchschnitt von 4.701 Euro. Die Unterschiede entstehen vor allem, weil die eine Statistik den Median nutzt und die andere den Durchschnitt, und weil beide unterschiedliche Gruppen von Beschäftigten betrachten.
    Der Median funktioniert so: Stellt man alle Gehälter der Größe nach in eine Reihe, liegt der Median genau in der Mitte. Die Hälfte der Beschäftigten verdient weniger, die andere Hälfte mehr. Der Median hat einen Vorteil gegenüber dem einfachen Durchschnitt. Einzelne sehr hohe Gehälter ziehen ihn nicht nach oben. Er gibt deshalb ein zutreffenderes Bild, wenn wenige Personen sehr viel mehr verdienen als die Mehrheit.
    Auch die Art der Angabe macht einen Unterschied. Die Entgeltstatistik bezieht sich auf Bruttomonatsentgelte und nur auf sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte ohne Auszubildende. Andere Statistiken nennen dagegen Jahresverdienste oder schließen Teilzeitbeschäftigte ein. Beim Lesen von Gehaltsangaben lohnt es sich deshalb zu prüfen: Geht es um Brutto oder Netto, um ein Monats- oder ein Jahresgehalt, und welche Gruppe wurde befragt oder gezählt?
    Schließlich gilt: Auch innerhalb einer Gruppe sind die Gehälter sehr unterschiedlich. Eine Auswertung zu Studienabsolventen zeigt, dass die Gehälter zwischen den einzelnen Personen weit auseinanderliegen, obwohl sie denselben Abschluss haben und zur selben Gruppe zählen.
    Für die Orientierung bedeutet das: Bei jeder Gehaltsangabe sind vier Fragen hilfreich: Handelt es sich um einen Median oder einen Durchschnitt? Um Brutto oder Netto? Um ein Monats- oder Jahresgehalt? Und für welche Gruppe gilt die Angabe? Erst mit diesen Informationen lässt sich eine Zahl richtig einordnen. Und in keinem Fall gibt eine solche Zahl eine Garantie dafür, wie viel eine bestimmte Person verdienen wird.

    Welche zusätzlichen Faktoren beeinflussen meine Jobchancen?

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    Fachliche Kenntnisse und praktische Erfahrungen

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    • Die fachlichen Kenntnisse aus Ausbildung oder Studium bilden die Grundlage für den Berufseinstieg; sie werden am Arbeitsmarkt nachgefragt
    • Praktische Erfahrung mit Bezug zum Fach erleichtert den Einstieg und wirkt sich positiv aus
    • Auch Praktika können helfen; die Studienlage dazu ist allerdings gemischt
    • Aus Sicht von Betrieben zählt echte Berufspraxis oft mehr als ein Pflichtpraktikum
    • Schon vor der Berufswahl können Praktika helfen, Berufe kennenzulernen und Fehlentscheidungen zu vermeiden
    Die fachlichen Kenntnisse aus einer Ausbildung oder einem Studium sind die Grundlage für den Berufseinstieg. Beim Berufseinstieg üben fast drei Viertel der Ausbildungsabsolventen eine Tätigkeit in der erlernten Berufsgruppe aus. Das zeigt: Die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten werden auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt.
    Praktische Erfahrung bekommt dabei eine besondere Rolle. Analysen zum Berufseinstieg von Hochschulabsolventen zeigen: Wer während des Studiums in einem Job mit Fachbezug arbeitet, sammelt einschlägige Erfahrungen und knüpft Kontakte. Solche fachnahen Tätigkeiten wurden als wichtiger Faktor für einen angemessenen Berufseinstieg identifiziert. Für Arbeitgeber signalisiert eine fachnahe Tätigkeit einschlägige Erfahrung und weist zudem auf mögliche Kontakte hin. Auch berufliche Praxis im Studium vermittelt Fähigkeiten und Fertigkeiten und wirkt sich positiv auf den Einstieg aus.
    Zu Praktika fällt die Forschung unterschiedlich aus. Eine Studie aus Österreich zeigt positive Arbeitsmarkterfolge durch freiwillige Praktika, und zwar unabhängig von ihrer Dauer. Freiwillige Praktika können Fachwissen vermitteln und wirken zugleich als positives Signal an Arbeitgeber. Eine andere Untersuchung fand dagegen keinen messbaren Einfluss von Praktika auf den nahtlosen Übergang ins Berufsleben. Geholfen hat dort vor allem eine Erwerbsarbeit mit deutlichem Bezug zum Studium. Aus Sicht von Betrieben wird echte Berufspraxis tendenziell besser bewertet als Pflichtpraktika, da Absolventen auch mit Praktika manchmal ein unzureichendes Bild der Arbeitswirklichkeit haben.
    Praktika können bereits vor der Berufs- oder Studienwahl helfen. Betriebspraktika während und nach der Schulzeit geben Einblicke in Berufe, die jungen Menschen oft unbekannt sind. Je mehr Betriebe und Branchen sie kennenlernen, desto genauer wissen sie, welche Ausbildung zu ihnen passt. Am Ende gibt es dadurch weniger Ausbildungsabbrüche. Unternehmen begrüßen freiwillige Praktika von Schüler*innen, auch wenn diese noch selten angefragt werden.
    Für die Orientierung bedeutet das: Fachliche Kenntnisse sind die Basis, praktische Erfahrung das Ergänzungsstück. Jobs und Praktika mit Bezug zum eigenen Zielberuf wirken dabei am stärksten. Welche Form der Praxis im Einzelfall am meisten bringt, hängt von Branche, Beruf und Studienfach ab; die Studienlage dazu ist nicht eindeutig.

    Noten und Bildungsabschluss

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    • Gute Schulnoten erhöhen die Chancen bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz
    • Schulnoten können mit dem Studienerfolg zusammenhängen
    • Note des Ausbildungs- oder Studienabschlusses ist für Arbeitgeber ein Signal für erworbene Kenntnisse
    • Bessere Abschlussnoten gehen im Schnitt mit höheren Einstiegsgehältern einher
    • Noten sind aber nicht alles; manche Studien finden keinen Einfluss der Noten auf den Berufseinstieg
    Schulnoten spielen beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung eine Rolle. In Befragungsstudien mussten Personalverantwortliche angeben, wie wahrscheinlich sie Bewerber mit bestimmten Merkmalen einstellen würden. Das Ergebnis: Sowohl die Schulstufe als auch die Schulnoten beeinflussen die Entscheidung. Bewerber mit besseren Noten haben unter sonst gleichen Bedingungen höhere Einstellungschancen, weil Betriebe damit rechnen, dass sie weniger Nachhilfe und Unterstützung brauchen. Nicht alle Betriebe sehen das gleich. Manche verlangen Mindestnoten, andere, vor allem im Handwerk, sagen, dass Noten für sie nicht ausschlaggebend sind.
    Auch für das Studium gilt: Die Schulnote hängt mit dem späteren Erfolg zusammen. Je besser die Note der Hochschulzugangsberechtigung, desto besser fällt im Durchschnitt die Studiennote aus. Schulnoten bilden dabei nicht nur Wissen ab, sondern auch Fähigkeiten wie Lernbereitschaft, Leistungsmotivation und Fleiß. Vergleichswerte zeigen außerdem: Studierende, die ihren Abschluss gemacht haben, hatten im Durchschnitt bessere Schulnoten als Studienabbrecher.
    Die Note am Ende der Ausbildung oder des Studiums ist für Arbeitgeber ein Signal. Sie informiert darüber, wie leistungsfähig jemand ist und welche Kenntnisse im Studium erworben wurden. Die Abschlussnote zeigt außerdem, wie gut jemand die Inhalte des Studienfachs beherrscht. Bessere Noten führen deshalb im Schnitt zu höheren Lohnangeboten. Eine Auswertung zu Berufseinsteigern bestätigt dies. Wer mit „sehr gut" abschloss, verdiente beim Einstieg 3 Prozent mehr als die Vergleichsgruppe mit „gut"; schlechtere Noten gingen mit 7 beziehungsweise 15 Prozent weniger einher.
    Noten sind aber nicht alles. Eine Untersuchung zum Übergang von der Hochschule in den Beruf fand keinen Einfluss der Abschlussnote auf den nahtlosen Berufseinstieg. Auch Praktika und einzelne Kenntnisse spielten dort keine Rolle. Wie stark Noten zählen, hängt also vom Beruf, vom Fach und vom Arbeitgeber ab.
    Für die Orientierung bedeutet das: Gute Noten verbessern im Durchschnitt die Chancen, sowohl beim Ausbildungsplatz als auch beim Gehaltseinstieg. Sie sind jedoch nur ein Faktor unter mehreren. Praxiserfahrung, Kontakte und Bewerbungsstrategie kommen hinzu. Für einzelne Personen können Noten daher eine geringere oder größere Rolle spielen als im Durchschnitt.

    Soft Skills und persönliche Eigenschaften

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    • Soft Skills sind persönliche und soziale Fähigkeiten, zum Beispiel Teamfähigkeit, Kommunikation, Belastbarkeit und Eigeninitiative
    • Fachwissen bleibt die Grundvoraussetzung für eine Stelle
    • Wenn sich Bewerber fachlich kaum unterscheiden, können Soft Skills den Ausschlag geben
    • Soft Skills hängen mit Berufs- und Studienerfolg zusammen, zum Beispiel mit Einkommen und Arbeitszufriedenheit
    • Arbeitgeber erwarten von Bewerbern zunehmend mehrere solcher Kompetenzen gleichzeitig
    Unter Soft Skills versteht man persönliche und soziale Fähigkeiten, die über das Fachwissen hinausgehen. In Stellenanzeigen für Hochschulabsolventen tauchen viele davon auf, zum Beispiel Kommunikationsfähigkeit, Teamgeist, Belastbarkeit, Eigeninitiative, Flexibilität und Problemlösungskompetenz. Wichtig zur Einordnung: Fachwissen bleibt der Maßstab dafür, ob jemand für eine Stelle grundsätzlich geeignet ist. Soft Skills kommen hinzu. In Auswahlverfahren gibt es aber oft einen Punkt, an dem sich die verbliebenen Kandidaten fachlich kaum noch unterscheiden. Dann können die Soft Skills den Ausschlag geben. In Studien zum Berufseinstieg wurde Fachkompetenz von Arbeitgebern in der Regel vorausgesetzt. Bemängelt wurde selten ein Mangel an Fachwissen, hervorgehoben wurde dagegen echtes Interesse am Fach.
    Die Forschung kann inzwischen gut zwischen verschiedenen Soft Skills unterscheiden. Ein verbreitetes Modell unterscheidet fünf Bereiche: Selbstsicherheit im Auftreten, soziale Kompetenz im Umgang mit anderen, Disziplin, Belastbarkeit und geistige Flexibilität. Studien zeigen, dass diese Fähigkeiten mit Erfolgsmerkmalen wie Bildungsabschluss, Einkommen, Arbeitszufriedenheit und Gesundheit zusammenhängen, teils sogar über den Einfluss von Denkfähigkeiten und Persönlichkeit hinaus. Sie erklären zudem mehr bei Arbeitszufriedenheit und Bleibeabsicht als klassische Persönlichkeitsmerkmale.
    Auch bei Arbeitgebern sind solche Kompetenzen gefragt. Eine Auswertung von Millionen Stellenanzeigen zeigt, dass Arbeitgeber im Durchschnitt mehrere berufsübergreifende Kompetenzen erwarten. Als besonders wichtig werden personale Fähigkeiten wie Lernbereitschaft, Zuverlässigkeit, Eigenverantwortung und Selbstmanagement genannt, dazu Kommunikations- und Teamfähigkeit. Viele Studierende erwarten ebenfalls, dass soziale Fähigkeiten immer wichtiger werden. Ihre Begründung: Mit Fachwissen allein kann man sich unter Bewerbern heute kaum noch abheben.
    Für die Orientierung bedeutet das: Soft Skills sind neben Fachkenntnissen ein eigener Baustein für die berufliche Entwicklung. Sie lassen sich im Studium, in der Ausbildung und im Job entwickeln, zum Beispiel in Teamprojekten, Praktika oder Ehrenamt. Wichtig zur Einordnung: Soft Skills sind schwer messbar, und die Begriffe werden nicht einheitlich definiert. Ein bestimmtes persönliches Merkmal sichert deshalb keinen Job, und ihr Fehlen ist keine Einzelaussage über die beruflichen Chancen einer Person.

    Netzwerke und Kontakte

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    • In einer Befragung griff die Mehrheit bei der Stellensuche auf ihr Netzwerk zurück
    • Kontakte können die Suche verkürzen und den Einstieg beeinflussen
    • Entstehen oft durch Nebenjobs, Praktika und das Studium selbst
    • Fehlende Kontakte werden von Absolventen als Nachteil empfunden
    • Forschungslage ist nicht eindeutig: Kontakte helfen im Schnitt, sind aber keine Garantie
    Persönliche Kontakte spielen bei der Stellensuche eine große Rolle. In einer Befragung von ehemaligen Studierenden nutzten über 60 Prozent Kontakte bei der Suche nach der ersten Stelle, 16 Prozent sogar ausschließlich Die erste berufliche Position wurde bei deutlich über der Hälfte der Befragten ausschließlich über Kontakte gefunden.
    Kontakte wirken sich auch auf das Ergebnis aus. Der Rückgriff auf soziale Beziehungen beschleunigt den Berufseinstieg und beeinflusst dessen Erfolg deutlich. Interessant ist dabei ein Detail: Oft waren vor allem nahestehende Personen wichtig, also Menschen aus dem persönlichen Umfeld. Netzwerke sind demnach eher für konkrete Unterstützung nützlich, zum Beispiel eine Empfehlung, und weniger nur für Informationen über offene Stellen.
    Kontakte entstehen meist nicht zufällig. Nebenjobs und Praktika mit Fachbezug verbinden mit Betrieben und können Kontakte schaffen oder erneuern. In Interviews berichteten Absolventen, dass bestehende Kontakte mitunter direkt zu einem Jobangebot geführt haben, zum Beispiel wenn die Abschlussarbeit in einem Unternehmen geschrieben wurde. Auch Hochschulen können helfen, etwa durch Vernetzungsangebote oder Mentoring-Programme.
    Es gibt allerdings auch Einschränkungen. Die Annahme, dass Kontakte die Stellensuche grundsätzlich erleichtern, lässt sich in Studien nicht immer eindeutig belegen. Die Effekte der Kontaktnutzung fallen je nach Studie unterschiedlich aus. Und nicht alle starten mit denselben Möglichkeiten: Wer aus einem Umfeld ohne akademische Kontakte kommt, hat es schwerer, solche Netzwerke zu finden. Das Fehlen von Kontakten wird von Absolventen als Nachteil empfunden, vor allem weil es zu fehlenden Informationen führt.
    Für die Orientierung bedeutet das: Netzwerke sind ein zusätzlicher Baustein neben Qualifikation, Praxis und Bewerbung. Sie lassen sich aktiv aufbauen, zum Beispiel durch Praktika, Nebenjobs oder Mentoring-Programme. Kontakte erhöhen im Durchschnitt die Chancen, ersetzen aber weder Kenntnisse noch Bewerbung. Für einzelne Personen können sie eine größere oder kleinere Rolle spielen als im Durchschnitt.

    Auslandserfahrung und Sprachkenntnisse

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    • Auslandsaufenthalte während des Studiums wirken sich im Schnitt positiv auf den Berufserfolg aus
    • Gelten als Signal für Sprachkenntnisse, soziale Kompetenzen und Mobilitätsbereitschaft
    • Auslandsaufenthalte können mit besseren Einkünften zusammenhängen
    • Auch Absolventen sehen Sprach- und interkulturelle Kompetenzen als Vorteil auf dem Arbeitsmarkt
    • Der Anteil der Studierenden mit Auslandserfahrung ist gestiegen; die Möglichkeiten dafür sind aber ungleich verteilt
    Ein Auslandsaufenthalt während des Studiums lohnt sich nach heutigem Forschungsstand in mehrfacher Hinsicht. Mehrere Studien finden dabei signifikante Effekte auf den Arbeitsmarkteintritt. Auslandsphasen können demnach positive Auswirkungen auf den Berufserfolg oder auf die Passung zwischen Qualifikation und Stelle haben.
    Ein Grund ist das Signal, das ein Auslandsaufenthalt aussendet. Ein Auslandsstudium gilt für Arbeitgeber als Hinweis auf besondere Sprachkompetenzen und mitunter auf besondere soziale Kompetenzen. In Analysen zum Berufseinstieg werden damit Leistungs- und Mobilitätsbereitschaft signalisiert. Zudem zeigen Auswertungen, dass Auslandsaufenthalte mit besseren Einkünften in Verbindung stehen können.
    Auch die Absolventen selbst sehen das so. In Interviews bewerten Absolventen mit und ohne Migrationshintergrund Sprach- und interkulturelle Kompetenzen, wie sie bei Auslandsaufenthalten entstehen, als Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt. Erweiterte Englischkenntnisse und Auslandserfahrungen werden von allen Befragten als erstrebenswert und vorteilhaft angesehen.
    Der Anteil der Studierenden mit Auslandserfahrung ist über die Jahre deutlich gestiegen. Dabei zeigt sich allerdings ein Unterschied nach Herkunft: Studierende aus Akademikerfamilien waren deutlich häufiger im Ausland als Studierende aus Familien ohne akademischen Hintergrund. Da Auslandserfahrungen mit verbesserten Berufsaussichten verbunden sind, kann dies auch zu Einkommensunterschieden zwischen den Gruppen beitragen.
    Für die Orientierung bedeutet das: Auslandserfahrung und Fremdsprachenkenntnisse sind ein zusätzlicher Baustein für den Berufseinstieg, neben Qualifikation, Praxis und Kontakten. Sie wirken im Schnitt positiv, sind aber kein Muss. Viele Berufe und Stellen setzen sie nicht voraus. Für einzelne Personen hängt ihr Nutzen vom Berufsfeld und von der Branche ab.

    Regionale Flexibilität und Mobilität

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    • Chancen auf dem Arbeitsmarkt unterscheiden sich je nach Region
    • Wer umziehen kann, hat mehr Stellen zur Auswahl; in manchen Fachrichtungen werden hohe Erwartungen an regionale Mobilität gestellt
    • Bei der Ausbildung bleibt die große Mehrheit im Wohnbundesland; Förderangebote sollen die Mobilität erhöhen
    • Betriebe bevorzugen häufig regionale Bewerber, Mobilität hat also auch zwei Seiten
    • Mobilitätserfahrungen erweitern den Suchradius bei der Stellensuche; sie sind jedoch sozial ungleich verteilt
    Die Arbeitsmarktchancen sind je nach Region unterschiedlich. Ein Grund dafür ist, dass Menschen nur in begrenztem Umfang bereit oder in der Lage sind, für die Arbeit umzuziehen. Regionale Flexibilität, also die Bereitschaft zu Umzug oder längeren Pendelwegen, erweitert die Auswahl an möglichen Stellen.
    Besonders deutlich wird das in Fachrichtungen mit wenigen Stellenangeboten. In den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, in Medienberufen und in den Naturwissenschaften gibt es nur wenige einschlägige Stellen. Dort werden hohe Erwartungen an die regionale Mobilität und die berufliche Flexibilität gestellt. Für Geisteswissenschaftler gilt: Der Berufseinstieg verläuft oft schwierig, weil es wenige Stellen gibt, die sich ausdrücklich an sie richten. Eine frühzeitige Berufsorientierung, Flexibilität und regionale Mobilität sind daher wichtig für eine erfolgreiche Etablierung. Die Arbeitslosigkeit fällt am Anfang höher aus als in anderen Fachrichtungen.
    Auch bei der Ausbildung zeigt sich, wie stark der Wohnort die Wahl bestimmt. Der Großteil der Auszubildenden, durchschnittlich 85 Prozent, nimmt die Ausbildung in dem Bundesland auf, in dem er wohnt. Probleme der regionalen Erreichbarkeit von Ausbildungsangeboten haben zugenommen. Um das zu ändern, wurde unter anderem ein Mobilitätszuschuss für Ausbildungsstellen außerhalb der Wohnregion eingeführt.
    Mobilität hat allerdings auch zwei Seiten. Aus Sicht von Betrieben sind regionale Bewerber häufig erwünscht. Auch Auszubildende selbst wählen ihre Praktikumsplätze oft wohnortnah. Zudem ist Mobilität ungleich verteilt. Analysen zeigen, dass frühere Mobilitätserfahrungen, zum Beispiel ein Studium in einem anderen Bundesland oder Auslandsaufenthalte, den Suchradius bei der Stellensuche vergrößern. Studierende aus höheren sozialen Schichten sammeln solche Erfahrungen häufiger.
    Für die Orientierung bedeutet das: Wer örtlich flexibel ist, vergrößert seine Auswahl an Stellen und kann Engpässe am Wohnort ausgleichen. Die Bereitschaft zum Umzug ist aber nur eine Option unter mehreren und hängt von persönlichen Umständen wie Familie oder Bindungen ab. Sie garantiert keine Stelle und ist für jeden Beruf unterschiedlich wichtig.

    Weiterbildungen und lebenslanges Lernen

    ▼
    • Weiterbildung umfasst alle Angebote im Lebensverlauf, die berufsbezogene Kenntnisse erhalten oder erweitern
    • Berufliches Lernen ist ein lebenslanger Prozess
    • Wer sich weiterbildet, hat im Schnitt bessere Chancen auf höhere Positionen
    • Bedeutung steigt unter anderem durch Digitalisierung, KI und den demografischen Wandel
    • Zugang ist ungleich verteilt: Gering qualifizierte und ältere Beschäftigte nehmen seltener teil
    Weiterbildung umfasst alle Angebote und Aktivitäten im Lebensverlauf, die berufsbezogene Fähigkeiten entwickeln, erhalten oder erweitern. Berufliche Bildung wird heute nicht nur als die einmalige Ausbildung verstanden, sondern als lebenslanger Lernprozess. Das Ziel ist eine kontinuierliche Beschäftigungsfähigkeit, also die Fähigkeit, im Beruf beschäftigt zu bleiben und auf Veränderungen reagieren zu können. Dass Weiterbildung hierzu einen wesentlichen Beitrag leistet, ist vielfach belegt.
    Für die Karriere lohnt sich Weiterbildung. Langfristige, abgeschlossene berufsqualifizierende Weiterbildungen haben einen starken positiven Einfluss darauf, höhere berufliche Positionen zu erreichen. Über Fortbildungen wie Meister oder Techniker oder über ein späteres Studium können Fachkräfte in höhere Anforderungsniveaus aufsteigen und ihr Einkommen steigern.
    Die Bedeutung von Weiterbildung nimmt weiter zu. Demografischer Wandel, Zuwanderung und die digitale Transformation des Beschäftigungssystems machen berufliche und allgemeine Weiterbildung zu einer unabdingbaren Notwendigkeit. Auch im Zusammenhang mit KI wird eine steigende Nachfrage nach höher qualifizierten Beschäftigten und eine wachsende Bedeutung von Weiterbildung erwartet. Betriebe mit Fachkräfteengpässen setzen ebenfalls verstärkt auf Weiterbildung, um die Kompetenzen des bestehenden Personals zu nutzen.
    Wichtig zur Einordnung ist die ungleiche Teilnahme. Formal gering qualifizierte Personen nehmen seltener an Weiterbildungen teil und profitieren auch weniger von früheren Bildungsaktivitäten. Die aktuellen Angebotsstrukturen vernachlässigen bestimmte Gruppen, zum Beispiel ältere oder gering qualifizierte Beschäftigte. Bei Älteren gilt: Je länger die letzte Weiterbildung zurückliegt, desto geringer ist die Absicht, wieder teilzunehmen. Gleichzeitig wird die Weiterbildung älterer Beschäftigter künftig an Bedeutung gewinnen.
    Für die Orientierung bedeutet das: Lernen endet mit dem Abschluss nicht. Wer nach der Ausbildung oder dem Studium weiterlernt, verbessert im Schnitt seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt und beim Aufstieg. Weiterbildung ist aber kein Selbstläufer. Der Zugang hängt auch von Betrieb, Branche, Alter und Vorbildung ab. Eine einzelne Weiterbildung sichert keine Stelle, sie ist einer von mehreren Faktoren.

    Bewerbungsstrategie und Selbstpräsentation

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    • Häufigster Weg zur ersten Stelle: Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen
    • Auch: Internet, Job schon vor dem Abschluss oder direkte Ansprache durch den Arbeitgeber
    • Die meisten Stellensuchenden nutzen formelle Bewerbungswege und viele kombinieren sie mit Kontakten
    • Digitale Kanäle werden zunehmend genutzt, um Ausbildungs- und Arbeitsstellen zu finden
    • Mehr Bewerbungen allein führen nicht automatisch zu mehr Einladungen
    Es gibt viele Wege zur ersten Stelle. Am häufigsten gelangt man über eine klassische Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle. Ein weiterer verbreiteter Weg ist, den Job schon vor dem Studienende anzutreten, zum Beispiel wenn man dort bereits gearbeitet hat. Auch die direkte Ansprache durch den Arbeitgeber kommt vor. Manche Unternehmen fragen geeignete Kandidaten von sich aus an. Darüber hinaus spielen Bewerbungen über das Internet sowie Verbindungen aus einem Praktikum oder aus der Abschlussarbeit eine wichtige Rolle. Seltener, aber nicht unüblich, sind Bewerbungen auf Verdacht, also ohne konkrete Stellenanzeige.
    Betrachtet man die Suchstrategien insgesamt, dominieren die formellen Wege. Über 80 Prozent der Suchenden nutzten sie, knapp 40 Prozent ausschließlich. Fast die Hälfte der Befragten kombinierte formelle Bewerbungen mit Kontakten. Eine breite Strategie, die mehrere Wege nutzt, entspricht damit dem üblichen Vorgehen.
    Digitale Kanäle gewinnen an Bedeutung. Im Ausbildungsbereich deuten rückläufige Meldequoten bei der Arbeitsagentur darauf hin, dass mehr junge Menschen ihre Stelle ohne behördliche Hilfe finden. Etwa über digitale Informations- und Bewerbungskanäle oder durch direkte Ansprache durch Betriebe. Gleichzeitig zeigt dieselbe Analyse: Eine kontinuierliche Begleitung, zum Beispiel durch die Arbeitsagentur, fördert den Übergang in die Ausbildung. Bewerber ohne weitere Betreuung schafften den Übergang deutlich seltener.
    Unterstützung gibt es vielfach. An den Hochschulen stehen Studierenden Angebote zur Berufsorientierung und Vorbereitung des Berufseinstiegs zur Verfügung, zum Beispiel Laufbahnberatung, Bewerbungsmappencheck sowie Workshops zu Vorstellungsgespräch, Assessment-Center und Selbstmarketing.
    Ein realistischer Blick auf den Prozess gehört dazu. Die Zahl der nötigen Bewerbungen unterscheidet sich stark, und mehr Bewerbungen allein führen nicht automatisch zum Erfolg. Eine Analyse zeigt: Absolventen mit Migrationshintergrund schrieben signifikant mehr Bewerbungen, wurden aber nicht entsprechend häufiger zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Die Passung zwischen Bewerbung und Stelle sowie persönliche Umstände spielen also eine Rolle.
    Für die Orientierung bedeutet das: Eine durchdachte Bewerbungsstrategie kombiniert mehrere Wege, nutzt Beratungs- und Trainingsangebote und bleibt bei Rückschlägen am Ball. Wie schnell die erste Stelle gefunden wird, hängt von Fach, Region, Arbeitsmarkt und individuellen Faktoren ab. Eine gute Bewerbung verbessert die Chancen, sie garantiert keinen Erfolg.

    Das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren

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    • Berufliche Chancen entstehen aus dem Zusammenspiel vieler Faktoren, nicht aus einem einzelnen Merkmal
    • Einflüsse: persönliche Ziele und Interessen, das soziale Umfeld, institutionelle Rahmenbedingungen und Lage am Arbeitsmarkt
    • Modelle unterscheiden Umweltfaktoren und Faktoren der Person; beide wirken zusammen
    • Faktoren beeinflussen sich gegenseitig, zum Beispiel wenn Merkmale einer Person das verfügbare Netzwerk prägen
    • Auch für den Berufserfolg wirken mehrere Bausteine zusammen; wichtig ist die Passung zwischen den eigenen Fähigkeiten und den Anforderungen des Berufs
    Die vorherigen Abschnitte haben einzelne Faktoren beschrieben. In der Realität wirken sie zusammen. Die Berufswahlforschung unterscheidet dazu mehrere Gruppen von Einflüssen: zum Beispiel persönliche Merkmale und Fähigkeiten, soziale Herkunft, Informationen über Berufe und Arbeitsmarkt sowie regionale Gegebenheiten. Konkret zählen dazu individuelle Ziele und Werte, fachliches Interesse, Erwartungen an die eigene Person, soziale Einflüsse durch Familie und Freunde, institutionelle Rahmenbedingungen wie Finanzierung und Zulassung sowie strukturelle Faktoren wie die Berufs- und Verdienstaussichten in bestimmten Feldern.
    Ein verbreitetes Modell fasst diese Einflüsse in zwei Gruppen zusammen: Faktoren der Umwelt (z.B. der gesellschaftliche und wirtschaftliche Kontext sowie die sozialen Beziehungen) und Faktoren der Person (z.B. Kompetenzen, Einstellungen und Persönlichkeitseigenschaften). Entscheidend ist, dass beide Gruppen miteinander zusammenhängen. Personale Merkmale und Kontextfaktoren interagieren und beeinflussen gemeinsam die Lernerfahrungen einer Person. So können etwa Geschlecht oder Herkunft das verfügbare Karrierenetzwerk mitprägen.
    Auch der Berufserfolg lässt sich nicht auf einen Faktor zurückführen. Analysen zu Hochschulabsolventen zeigen, dass verschiedene Bausteine zusammenwirken: bestimmte berufliche Wertvorstellungen, etwa nach Sicherheit oder Eigenständigkeit, erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer angemessenen Beschäftigung, ebenso wie Leistungssignale in Form guter Noten. Nichtkognitive Kompetenzen, also persönliche Fähigkeiten jenseits des Fachwissens, beeinflussen nachweislich sowohl Bildungsentscheidungen als auch den Arbeitsmarkterfolg . Eine zentrale Rolle spielt schließlich die Passung: Zufriedenheit und erfolgreiche Berufsausübung stellen sich vor allem ein, wenn das eigene Fähigkeitsprofil zu den Anforderungen der Stelle passt.
    Für die Orientierung bedeutet das: Kein einzelner Faktor entscheidet allein über die berufliche Zukunft. Qualifikation, Praxis, Soft Skills, Kontakte, Mobilität, Weiterbildung und Bewerbung verstärken oder schwächen sich gegenseitig. Wie stark der jeweilige Faktor wiegt, ist von Person zu Person und von Beruf zu Beruf verschieden.

    Zwischen Leidenschaft und Karriere: Wie treffe ich eine gute Entscheidung?

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    Eigene Interessen und Stärken erkennen

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    • Stärken sind die Fähigkeiten, die einem leichtfallen
    • Stärken können in verschiedenen Berufen nützlich sein
    • Hilfreich: Selbstreflexion und Rückmeldungen von anderen (z.B. Familie, Lehrkräfte oder Berufsberatung)
    • Orientierungstests können dabei helfen, Interessen zu erkunden und passende Berufe oder Studienfächer zu finden
    Der Ausgangspunkt für eine Bildungsentscheidung ist die eigene Person. Stärken sind die Fähigkeiten, die einem leichter fallen als andere Aufgaben. Im beruflichen Umfeld gehören dazu zum Beispiel Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Zielstrebigkeit sowie Kompetenzen wie logisches Denken. Stärken sind Kompetenzen, die sich in verschiedenen Berufen einsetzen lassen. Es ist daher hilfreich zu kennen, welche Stärken man bereits hat und welche man vielleicht noch trainieren sollte.
    Die Berufsorientierung ist dabei kein einmaliger Test, sondern ein individueller, lebenslanger Prozess. In ihm gleicht man eigene Interessen, Wünsche und Kompetenzen mit den Anforderungen der Arbeitswelt ab. In der Forschung wird dies als berufliches Selbstkonzept beschrieben: die Wahrnehmung der eigenen Fähigkeiten, Interessen, Einstellungen und Werte im Verhältnis zu bestimmten Berufen.
    Wie findet man nun die eigenen Stärken und Interessen? Ein bewährter Weg sind zwei Schritte. Zuerst lohnt es sich, sich selbst zu fragen, was einen ausmacht. Im zweiten Schritt helfen Rückmeldungen von anderen, zum Beispiel aus Gesprächen mit der Berufsberatung, der Familie oder Lehrkräften. Andere haben manchmal ein anderes Bild von einem selbst und erkennen Fähigkeiten, die man selbst für selbstverständlich hält. Auch die Kenntnis der eigenen Stärken und Schwächen sowie der eigenen Wünsche und Ziele gilt in der Forschung als eine zentrale Dimension der Berufsorientierung. Erste Anhaltspunkte liefern zudem die eigenen Interessen, Hobbys und Lieblingsschulfächer.
    Unterstützung bieten außerdem Berufsorientierungstests. Sie können dabei helfen, die eigenen Stärken herauszufinden und Berufe beziehungsweise Studienfächer zu entdecken, die dazu passen. Der Bedarf ist groß. Etwa die Hälfte der Jugendlichen wünscht sich mehr Unterstützung beim Herausfinden der eigenen Stärken und Interessen.
    Für die Orientierung bedeutet das: Nur wer die eigenen Fähigkeiten und Interessen kennt, kann realistisch einschätzen, ob diese zu den Anforderungen eines Berufs passen. Interessen sind dabei keine Garantie für eine bestimmte Entwicklung, aber sie sind ein verlässlicher Ausgangspunkt für die weitere Abwägung.

    Berufliche Ziele und Erwartungen klären

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    • Bei der Studienwahl spielen neben dem Fachinteresse auch berufliche Ziele eine Rolle
    • Manche starten mit einem festen Berufswunsch, andere entwickeln ihre Ziele erst im Studium
    • Zu den Erwartungen gehören auch breitere Lebensziele
    • Ziele können sich im Laufe des Studiums verändern
    • Berufsentscheidung ist kein einmaliger Vorgang, sondern Teil eines lebenslangen Prozesses
    Nachdem die eigenen Stärken und Interessen klarer geworden sind, geht es um die Frage, wohin die Reise gehen soll. Die Studienforschung zeigt, welche Erwartungen dabei eine Rolle spielen. Das Fachinteresse ist mit großem Abstand das wichtigste Motiv bei der Studienfachwahl. Daneben sind vielen die Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz, die späteren Einkommens- und Karriereaussichten, ein fester Berufswunsch sowie eine gute fachliche Ausbildung wichtig. Wie stark die beruflichen Aussichten wiegen, unterscheidet sich dabei nach Herkunft. Für Studierende ohne akademisches Elternhaus sind sie deutlich wichtiger als für Studierende aus akademischem Elternhaus.
    Berufliche Zielvorstellungen sehen von Person zu Person unterschiedlich aus. Bei manchen Studierenden steht die inhaltliche Motivation im Vordergrund. Bei anderen ist das Studium gezielt der Weg zu einem festen Berufswunsch, verbunden mit Erwartungen wie einem guten Einkommen, unbefristeten Stellen oder einer Verbeamtung. Viele bringen bereits vor dem Studium zielgerichtete berufliche Vorstellungen mit, die auf Erfahrungen und Praktika beruhen.
    Neben den Berufszielen gehören zu den Erwartungen auch allgemeinere Lebensziele. Dazu zählen in Befragungen unter anderem Familie, Beruf, Aufstieg, Persönlichkeitsentwicklung, Selbstverwirklichung, gesellschaftliches Ansehen, fachliches Interesse und finanzielle Sicherheit. Diese Ziele können sich gegenseitig beeinflussen und während des Studiums im Gewicht verändern.
    Wichtig für die Erwartungen ist außerdem, dass sie sich entwickeln dürfen. Eine Studie unterscheidet hier zwei Muster: Bei manchen Studierenden sind die beruflichen Wege durch das Fach klar vorgezeichnet, zum Beispiel im Lehramt. Bei anderen führen das Studium und die gemachten Erfahrungen erst dazu, dass sich die beruflichen Vorstellungen konkretisieren, alte Ideen weichen und neue Wege ausprobiert werden. Solche Suchbewegungen gehören zum Prozess dazu.
    Für die Orientierung bedeutet das: Es lohnt sich, die eigenen beruflichen Ziele und Erwartungen bewusst zu durchdenken, etwa anhand von Fragen wie: Welchem Zweck soll der Abschluss dienen? Welche Arbeitsbedingungen sind wichtig? Und welche Lebensziele sollen sich mit dem Beruf verbinden? Die Berufsentscheidung wird in der Forschung dabei nicht als einmalige Wahl verstanden, sondern als Teil eines lebenslangen Prozesses, in dem Ziele überprüft und angepasst werden können.

    Leidenschaft, Jobchancen und Gehalt abwägen

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    • Drei Motivgruppen bei Entscheidungsfindung: persönliches Interesse, berufliche Aussichten wie Arbeitsmarkt und Gehalt sowie soziale Motive
    • Am häufigsten begründen junge Menschen ihre Wahl mit dem Interesse am Beruf oder Fach
    • Studien zeigen: Wer vor allem nach Einkommen und Arbeitsmarktchancen wählt, geht im Schnitt ein höheres Abbruch- und Kompromissrisiko ein
    • Gewichtung ist individuell verschieden (z.B. zwischen Frauen und Männern)
    • Abwägen heißt: persönliche Neigungen, berufliche Aussichten und eigene Erfolgschancen gemeinsam zu bedenken
    Wenn Interessen und Ziele klarer sind, stellt sich die Abwägungsfrage: Wie viel Leidenschaft, wie viele Jobchancen, wie viel Gehalt? Die Forschung zur Studien- und Berufswahl gruppiert die Motive dafür in drei Bereiche: intrinsische Motive (wie Fachinteresse und persönliche Entfaltung), extrinsische Motive (wie Arbeitsmarktchancen, Einkommen und Ansehen) sowie soziale Motive (wie der Wunsch, anderen zu helfen). Am häufigsten begründen Jugendliche ihre Berufswahl mit dem Interesse an der Tätigkeit.
    Interessant sind die Unterschiede zwischen den Gruppen. Eine Untersuchung verglich Studienabbrecher und Absolventen. Abbrecher hatten extrinsische Motive im Schnitt wichtiger genommen, zum Beispiel gute Arbeitsmarktchancen und die Aussicht auf ein hohes Einkommen. Absolventen gewichteten dagegen intrinsische Motive wie Fachinteresse und persönliche Begabung stärker. Auch nach Geschlecht zeigen sich Unterschiede. Frauen messen dem persönlichen Interesse mehr Bedeutung bei, Männer den Verdienst- und Karrierechancen. Solche Muster beschreiben Gruppen im Durchschnitt. Sie sagen nichts über die richtige Gewichtung im Einzelfall.
    Die Kompromissforschung liefert einen wichtigen Hinweis zur Abwägung. Die Verwirklichung des Berufswunschs gelingt vielen Jugendlichen nur nach mehr oder weniger großen Kompromissen. Rund 8 Prozent der Jugendlichen landen in Berufen, die in Gehalt, Prestige und Arbeitszeiten schlechtere Bedingungen bieten als der Wunschberuf. Berufswahlkompromisse erhöhen das Risiko eines Ausbildungs- oder Studienabbruchs. Ein Ziel der Abwägung ist es deshalb, Kompromisse früh zu erkennen und realistisch zu halten.
    Theoretisch wird die Berufswahl als Abwägungsprozess beschrieben: Das Individuum prüft seine Berufswünsche vor dem Hintergrund von Erfolgswahrscheinlichkeiten und persönlichen Zukunftserwartungen. Unter optimalen Bedingungen wählen Menschen Berufe, die ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechen. Gesellschaftliche und ökonomische Rahmenbedingungen wirken aber stets mit. Karriereratgeber warnen in diesem Sinne davor, sich im Ehrgeiz zu verlieren. Wer nur auf Aufstieg und Gehalt schaut, kann den eigenen Antrieb aus den Augen verlieren. Eine gut durchdachte Strategie verbindet beides.
    Für die Orientierung bedeutet das: Es gibt keine allgemeingültige Gewichtung von Leidenschaft, Jobchancen und Gehalt. Wie diese im Einzelfall zu gewichten sind, bleibt eine persönliche Entscheidung. Wichtig ist, dass die Abwägung auf möglichst realistischen Informationen beruht und dass Kompromisse bewusst und nicht nur aus Mangel an Alternativen eingegangen werden.

    Informationen sammeln und die eigenen Vorstellungen überprüfen

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    • Informationen zur Orientierung: persönliches Umfeld, Internet, Eignungstests, Praktika, Schülerjobs und Berufsberatung
    • Aus Sicht der Jugendlichen sind Praktika die wichtigste Informationsquelle, gefolgt von Betriebsbesichtigungen und Gesprächsmöglichkeiten
    • Individuelle Beratung gilt als besonders hilfreich, wird aber seltener wahrgenommen
    • Auch im Studium helfen Informationsveranstaltungen und Beratungen, die beruflichen Möglichkeiten kennenzulernen; das kann die Abbruchneigung verringern
    • Ziel ist der Abgleich der eigenen Vorstellungen mit der Realität, einschließlich möglicher alternativer Bildungswege
    Die eigenen Vorstellungen über einen Beruf oder ein Studium können unvollständig oder veraltet sein. Deshalb ist der nächste Schritt, gezielt Informationen zu sammeln. Junge Menschen haben dafür zahlreiche Kanäle: das persönliche Umfeld aus Familie und Freunden, soziale Netzwerke und digitale Medien, berufliche Eignungstests, Praktika und Schülerjobs sowie die Bundesagentur für Arbeit mit Beratung und Berufsinformationszentren.
    Welche Kanäle werden genutzt? Befragungen zeigen: Das Gespräch mit Eltern, Verwandten oder Freunden suchten fast alle, die Selbstrecherche im Internet und Social-Media-Angebote folgen knapp danach. Ein Gespräch mit einem*r Berufsberater*in nehmen deutlich weniger wahr, vermutlich auch wegen des höheren organisatorischen Aufwands. Dabei gilt die individuelle Beratung als besonders hilfreiche Unterstützung im Orientierungsprozess. Als ergänzender, niedrigschwelliger Weg werden Online-Informationstools genannt, zum Beispiel der Test Check-U der Bundesagentur für Arbeit, der auf Basis der Ergebnisse mögliche Studienfächer und Ausbildungsberufe vorschlägt.
    Besonders wertvoll sind direkte Erfahrungen. Nach einer Befragung sind betriebliche Praktika mit großem Abstand die wichtigste Informationsquelle. Neun von zehn Jugendlichen bewerten sie als wichtig oder sehr wichtig. Ähnlich hoch sind Betriebsbesichtigungen und Gesprächsmöglichkeiten mit Lehrkräften, Ausbildern, Berufsberatern oder Übergangscoaches. Praktika während und nach der Schulzeit geben Einblicke in zum Teil unbekannte Berufe und helfen, die eigenen Vorstellungen mit der betrieblichen Realität abzugleichen.
    Die Überprüfung der eigenen Vorstellungen endet nicht mit dem Schulabschluss. Im Studium empfiehlt die Forschung, durch curriculare Angebote, Informationsveranstaltungen und Beratungen Transparenz über die beruflichen Möglichkeiten zu schaffen, da klare berufliche Orientierungen den Studienerfolg unterstützen und die Abbruchneigung verringern können. Auch die Arbeitsagentur bietet an Hochschulen Beratungen an, etwa zur Konkretisierung beruflicher Zielvorstellungen, zur Umorientierung oder als Coaching für Bewerbungsverfahren.
    Der Orientierungsprozess lässt sich dabei in Phasen denken. Zuerst geht es um Wissen über Berufe und um die eigenen Fähigkeiten und Interessen, danach um Praxiserfahrungen und die Festlegung eines Wunschberufs mit Alternativen, zuletzt um die Suche nach dem Ausbildungs- oder Studienplatz. Teil der Informationsbeschaffung sollte auch sein, frühzeitig realistische alternative Bildungswege zum Wunschberuf kennenzulernen, da viele junge Menschen mehrere Optionen gleichzeitig im Blick haben.
    Für die Orientierung bedeutet das: Je vielfältiger die Informationsquellen, desto verlässlicher das Bild. Eine Kombination aus Gesprächen, Recherche, Tests und praktischen Erfahrungen hilft, die eigenen Vorstellungen mit der Realität abzugleichen. Dabei geht es nicht darum, alle Zweifel vorab auszuräumen, sondern um eine begründete Entscheidung, die im Verlauf immer wieder überprüft werden kann.

    Eine begründete Entscheidung treffen und offen bleiben

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    • Bildungsentscheidung ist eine Wahl zwischen sehr vielen Optionen (über 10.000 Studiengänge und mehr als 300 Ausbildungsberufe)
    • Eine begründete Entscheidung beruht auf Informationen, die bewertet und mit Entscheidungshilfen abgewogen werden
    • Entscheidungskompetenz bedeutet, Alternativen abzuwägen, eine Entscheidung zu treffen und diese zu verantworten
    • Unsicherheit gehört dazu: Rund 30 Prozent der Abiturienten sind kurz vor dem Abschluss noch unentschlossen; daraus können Entscheidungen entstehen, die später revidiert werden
    • Offen bleiben heißt: die Entscheidung regelmäßig überprüfen; Umorientierung und Wechsel sind ein normaler Teil von Bildungsverläufen
    Am Ende der Abwägung steht die Entscheidung. Ihre Größe wird oft unterschätzt: Mit dem Abitur stehen in Deutschland mehr als 10.000 Studiengänge an über 400 Hochschulen und mehr als 300 Ausbildungsberufen offen. Die Entscheidung ist wegweisend für den weiteren Lebensverlauf. Gleichzeitig gilt es, den sich wandelnden Arbeitsmarkt mit neuen Technologien zu berücksichtigen.
    Was macht eine Entscheidung begründet? Die Berufswahlforschung beschreibt das mit dem Begriff Berufswahlkompetenz. Gemeint ist: eine gut überlegte und eigenständige Entscheidung für einen Bildungsweg treffen und danach auch handeln. Dafür braucht es zwei Dinge. Erstens konkrete Informationen, zum Beispiel darüber, wie die Ausbildung abläuft und was der Beruf verlangt. Zweitens Methoden, um diese Informationen zu bewerten und gegeneinander abzuwägen. Auch die Zukunftskompetenz-Forschung betont dieses Können: erkennen, wann eine Entscheidung ansteht, die möglichen Optionen vergleichen, sich entscheiden und die Entscheidung dann auch tragen.
    Vollständige Sicherheit gibt es dabei nicht. Rund 30 Prozent der Abiturienten sind kurz vor ihrem Abschluss noch unsicher, welchen Weg sie einschlagen sollen. Fast die Hälfte fühlt sich über die Anforderungen eines Studiums unzureichend informiert, bei der Ausbildung sogar drei Viertel. Aus dieser Unsicherheit können suboptimale Entscheidungen entstehen, die später revidiert werden müssen. Die Zukunftsforschung beschreibt deshalb als wichtige Fähigkeit, auch unter unvollständigen oder widersprüchlichen Informationen tragfähige Orientierung zu gewinnen und Entscheidungen unter Unsicherheit zu treffen.
    Offen zu bleiben heißt in diesem Sinne nicht, die Entscheidung zu vertagen, sondern sie als vorläufig endgültig zu behandeln. Bildungsverläufe zeigen, dass Menschen ihre Entscheidungen später durch Wechsel oder Neubeginn anpassen. Ein Studienabbruch führt dabei nicht zwangsläufig in eine instabile Karriere. Nach einer Untersuchung verzeichnen Personen mit vorheriger Berufsausbildung nach einem Studienabbruch sogar eine stabilere Erwerbskarriere. Zwar prägen einmal getroffene Entscheidungen die weiteren Wege, sie verschließen sie aber nicht. Karriereratgeber empfehlen dazu, eine Entscheidung testweise für einen Tag als endgültig festzuhalten und am Folgetag zu überprüfen. Bleibt die Meinung gleich, spricht das für die Entscheidung. Ändert sie sich, liefern die Gründe wertvolle Hinweise.
    Für die Orientierung bedeutet das: Eine gute Bildungsentscheidung ruht auf den eigenen Interessen und Stärken, auf geklärten Zielen, auf einer Abwägung von Leidenschaft, Jobchancen und Gehalt und auf gründlich gesammelten Informationen. Zugleich ist sie kein endgültiges Urteil über die eigene Zukunft. Wer die Entscheidung begründet trifft und offen bleibt für neue Erfahrungen und veränderte Umstände, kann den weiteren Weg immer wieder an die eigene Entwicklung und an den Arbeitsmarkt anpassen.